3.3.07

Blogvermarktung mit Adical


Wer werben will, tut das üblicherweise in medialen Umfeldern, die positive Wahrnehmung in den Zielgruppen und Multiplikationseffekte versprechen. Wäre die Werbewelt klug und konsequent, müssten die Unternehmen bei beliebten, vielgelesenen Blogs also eigentlich schon längst Schlange stehen.

Dass sie es nicht tun, hat m.E. viel mit den Teilen der ersten deutschen Blogger-Generation zu tun, die sich der "Kommerzkacke" laustark verweigern und KollgInnen, die zu (Medien-übergreifenden) Ruhm und Ehre kommen oder gar zu Geld, der Korrumpiertheit zeihen. Dabei gibt es auch unter den so genannten "A-Bloggern" etliche, die nichts dagegegen haben, ihre Zugkraft zur Verfügung zu stellen und die keine Beissreflexe gegen fütternde Hände haben -- aber das hat sich bisher offenbar weder bei den Marketingmanagern noch bei ihren Agenturen und Beratern herumgesprochen. In diese Informations- und Werbeplattformversorgungslücke springt nun Sascha Lobo. Mit dem Ziel, den Bloggern und sich Geld ins Haus zu bringen.

Lobo ist wahrscheinlich weniger ein Visonär, als vielmehr ein kluger Kopf mit Sinn fürs richtige Timing, in Marketingdingen sehr versiert und umtriebig> dazu. Wenn ich seine neue Agentur-Idee richtig verstehe, will er zusammen mit Johnny Haeusler von Spreeblick> Kontakte zwischen ausgewählten Blogs und Unternehmen makeln -- und zudem Werbeformate anbieten, die den durchschnittlichen A-Blogbetreiber UND seine Leser weniger stören sollen als der übliche Mix zwischen Google Adwords und aufpoppendem Schnickschnack. Mit einiger Wahrscheinlichkeit stecken hinter den angedeuteten "besseren Ideen" vor allem optisch und stilistisch angepasste Advertorials und Anzeigen, ähnlich wie jene, die bereits in der Riesenmaschine> zu sehen sind.

Vielversprechend an der Idee finde ich, dass Werbewillige im Vorfeld einem Realitätscheck (welches Produkt/Angebot passt zu welchem Blog oder überhaupt...?)unterzogen werden sollen. Auch sollen sich die derzeit 20 A-Blogger im Adical-Netzwerk, ähnlich wie beim Affiliate Marketing, selbst aussuchen können, für wen sie werben wollen.

Bin sehr gespannt, wie dieser Vorstoss hierzulande ankommen wird. Zeit für vernünftige Blogvermarktung wärs jedenfalls. Wünsche den Jungs viel fortune! Denn besser aufgestellt als die meisten der selbsternannten "Web 2.0" und "Social Marketing" Berater sind sie allemal.

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