Geisenbach greift ein

Der Kummerkasten war schon wieder voll. Seufzend steckte Geisenbach den kleinen Schlüssel ins Schloß, nahm die dichtbeschriebenen Zettel heraus und begann zu sortieren.
Oh nein, nicht auch noch Bartkowski jetzt, dachte er als er den geschniegelten Geschäftsleitungsassistenten den Gang entlang wippen sah. “Na Geisenbach, mal wieder bei der Schmutzarbeit?”
Bartkowski griff wahllos in den linken, noch unsortierten Zettelhaufen. “Halöle, was ist denn das”, rief er und schwenkte ein zart lilafarbenes Blatt. “Und ich dachte, Sie hätten die Vordrucke mit 50 Standard-Kritikpunkten schon eingeführt. Nu schau sich einer das an! Von vorn bis hinten gereimt und dazu noch mit Duft. Hier, schnuppern Sie mal, würde sagen Lavendel mit einem Schuß Zweitaktergemisch...” Geisenbach zuckte mit den Achseln. “Wahrscheinlich wieder diese Renate aus der Registratur” brummelte er. “Sie wissen schon, die die so gerne Büttenreden schwingt."
“Aber Sie wollen se nit ranlasse...", kicherte Bartkowski, schlug Geisenbach krachend auf die Schulter, pfiff den Narhalla-Marsch und wippte selbstzufrieden weiter. “Du kalauernde Knallpfeife, jetzt hast Du noch gut lachen. Aber Du kriegst Dein Fett schon noch, tata tata tata, " sang ihm Geisenbach leise hinterher. Auf der Abschußliste des Betriebrats stand Bartkowski ganz oben…
Labels: schlechte Romananfänge, selbst ausgedacht
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