19.5.06

Der Kopist


Feinbein gähnte. Journalisten, pah, immer dieselben langweiligen Interviews. Noch eine Minute oder zwei, dann würde auch dieser schmallippige, schlampig gekleidete Feuilletonist süffisant grinsend fragen "...finden Sie Ihr neues Betätigungsfeld nicht, nun sagen wir mal, ein wenig unkreativ?" Und Feinbein würde zum x-ten Mal die Geschichte vom alten Chen erzählen. Die war zwar frei erfunden, wurde von der Presse aber immer wieder gern genommen. Ah ja, jetzt war es soweit. Ein wenig freundlicher als üblich: "Mal ganz unter uns, Herr Feinbein, trauern Sie Ihren eigenen Ideen nicht manchmal ein wenig hinterher?"
Feinbein lehnte sich zurück und sog betont langsam an seiner Pfeife. "Ach wissen Sie, im alten China galt es als überaus verdienstvoll, grosse Maler, Kalligraphen und auch Literaten bis auf den letzten Pinselstrich perfekt nachahmen zu können. Ich sehe da mich ganz in der Tradition des Chen Yu, der Jahre seines Lebens...

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3 Kommentare:

Anonymous Anonym meinte...

schreibst Du noch mehr davon?

So. Mai 21, 04:14:00 PM  
Blogger AvB meinte...

Material zur "Resteverwertung" wäre schon noch genug vorhanden...Soll ich mal?

So. Mai 21, 04:33:00 PM  
Anonymous Anonym meinte...

na klar, rauf damit und mehr Frischware

Di. Mai 23, 08:35:00 AM  

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